Referat über: die Mumifizierung im Alten Ägypten

#1 von caliburn , 28.09.2007 20:43

Die Mumifizierung der alten Ägypter

- Mumie = pers-arab. Wort moumia „Bitumen“, da Überzeugung, dass Verwendung zur Erhaltung der Körper
- Mumifizierung = Schutz des Körpers vor Verwesung durch natürl. oder künstl. Maßnahmen

Geschichte:
- prädynast. (um 3000 v.Chr.): Bestattung in Tierhäuten o. Matten in Wüste; durch trockenes Klima: natürliche Konservierung (quasi Aufsaugen Körperflüssigkeit durch Sand)
- da Beginn Bestattung in Gräbern: Verwesung Körper  Beginn künstl. Mumifizierung
- bis zum N.R.: stetige Verbesserung (Verhinderung Verwesungsprozess, Umwickelungstechniken), zunehmende Popularität M.
- im N.R. (um 1300 v. Chr.) bis griech. Zeit (ab ca. 300 v. Chr.): Perfektion (s.u.)
- danach: Verfall M.technik  körperl. Erhaltung immer unwichtiger, wichtig: Bandagierungstechniken, Schmuck, reichl. Verwendung Salböl

nach Herodot 3 Klassen: (für Ärmste: keine M. Bestattung in der Wüste)
- für Arme (Meerrettich-Saft in Därme  Auflösen Innereien; Austrocknen mit Natron), grobe Bandagierung
- für Wohlhabendere (Zedernöl in Leib  Auflösen Innereien; Austrocknen mit Natron), Bandagierung
- für Reiche (klass. M.)

Grund:
- Glaube, dass Tod = Zwischenstufe im Leben  Glaube an Leben im Jenseits (Iaru-Gefilde)
- Voraussetzung für Weiterleben: Hülle für Seele (ba) des Verstorbenen, in die Rückkehr möglich  ohne Körper: kein Weiterleben in Iaru-Gefilden (daher auch manchmal Statuen im Grab, falls Zerstörung Körper)

Zeit der Trauer/ Einbalsamierung: 70 Tage

Ort:
- Reinigungszelt, (Jbw), nahe Wasserquelle, da Benötigung viel Wasser
- nach Austrocknung: Einbalsamierungshaus („Reine Stätte des schönen Hauses“/ “Haus des Lebens“ wab.t nt pr nfr)

Beteiligte:
- Einbalsamierer (allen Voran der E.priester - Ut - mit Anubis-Maske)
- Vorlesepriester (hrj hbt, Rezitieren religiöser Texte bei Handlungen)

Mumifizierung (N.R.): (etwa 12 Schritte)
- 1.) Waschung Körper mit Palmöl

- 2.) Durchstechen des Siebbeins (in Nase), Zerstückelung und Entfernung des Gehirns mittels Bronzehaken (bis 40cm lang) durch die Nasenlöcher
- Entfernung Reste vermutl. mit gewebelösender Infusion
- manchmal: Köpfung Leiche (Grund: bessere Entfernung Gehirn), danach Aufsetzung auf Rumpf mittels Palmrippe
- oder: Entfernung durch Loch im Hinterkopf

- 3.) Einführung konservierende Flüssigkeit (Harz) in Schädel

- 4.) Schnitt an linker Bauchseite mit Obsidianklinge, Weitung Bauchdecke mit Spreizinstrument zwecks Durchtrennung Zwerchfell und Erreichung Brustraum
- Entfernung der Eingeweide (manchmal auch durch After) außer Herz (da Sitz der Erinnerung u. Gewissen, Gefühle etc.) u. Nieren (da schwere Erreichbarkeit)
- Waschung Organe, Trocknung mit Natron, Behandlung mit Salben, Überguss mit Baumharz, Einwickelung
- Eingeweide in Kanopen oder nach Austrocknung Leib in den Körper zurück
- Kanopen: aus Ton, Stein, Alabaster o.ä., Deckel in Form der Köpfe d. Horussöhne (Schutzgottheiten)

- 5.) Reinigung der Bauchhöhle mit Palmwein u. aromatische Essenzen, Myrrhepulver
- Abschneiden Penis in früherer Zeit u. Verpackung u. Zurückführung in Binden o. Nachbildung; später aufgrund M. unnötig
- manchmal Festbinden Penis in erigiertem Zustand (Grund: Zeugungskraft im Jenseits)
- ab 20. Dyn. z.T. Ausschneiden Fußsohlen, Sandalen an deren Statt (Grund: Vortreten Verst. vor Osiris im Jenseits mit weißen Sandalen, also reinen Füßen)
- Arme entweder Kreuzung über Brust (18. Dyn.) o. Gestreckt-Sein neben Körper, Hände auf Genitalien o. ganz gestreckt neben Leib

- 6.) Bedecken des Körpers mit Natron (etwa 200kg!); Dauer: um die 40 Tage, manchmal auch länger (durch Natron: Entwässerung Fleisch, Verseifung Körperfett)
- Körper etwa 75% leichter

- 7.) Reinigung des Leichnams, Einreiben mit duftenden Ölen  Haut = elastisch, besseres Aussehen

- 8.) Ausfüllen Bauch- u. Brustraum mit Nilschlamm, Leinentampons, Sägespänen, Flechten  Zurückgeben natürl. Formen
- dazu: Duftöle, Myrrhe, Weihrauch, Bienenwachs, Fette etc.  guter Geruch + Konservierung

- 9.) Zunähen Schnitt o. Verstopfen mit Leinenbäuschen, Überziehung mit Wachsplatte o. Goldblech (Udjat-Auge, zwecks Abwehr Unheil)
- Kosmetische Verschönerungen, z.B. Kunststrähnen im Haar der Frauen, Anbinden von Fuß- u. Fingernägeln mit Drähten, Färbung Haut (Männer: rot, Frauen: gelb)
- Ersatz der Augen durch Steine oder Zwiebeln oder Stoffballen
- Verschluss Mund, Nase, Ohren meist mit Leinen u. Wachs
- Extras: goldene Hülsen für Zehen und Finger (nur bei Reichen)

- 10.) wenn Leiche zu klein für Sarg: Brechen von Knochen bis passt
- Umwickelung mit Leinenbinden (= ausgediente Haushalts- u. Bekleidungstextilien, in Streifen gerissen, Dauer: etwa 15 Tage)
- Zurechtlegen Binden nach Dicke, Breite, Länge, Markierung Bahnbeginn, jede Binde mit magischem Namen
- Tränkung Binden mit Duftölen, Bestreichen der Binden mit Harz (Zweck: Verkleben Binden; wenn zu viel: manchmal Mumien = schwarz  Mumie Tutanchamun!)
- bis zu 375 m² Leinen!
- zuerst Finger, Zehen, Hände u. Füße, zuletzt Leichnam
- Ausstattung mit Amuletten an best. Stellen während Einwicklung
- Amulette: (z.T. mehr als 100 Amulette!, genaue Vorschrift der Platzierung u. Beschaffenheit), z.B.
- Herzskarabäen (mit Beschwörungsformeln an Herz, nahe Herz gelegt)
- Udjat-Auge (körperliche Unversehrtheit, an Bauchschnitt gelegt)
- Djedpfeiler (Stabilität, an Hals gelegt)
- Isisblut/ Tet-Knoten (Schutz der Isis, Unversehrtheit, an Hals gelegt)
- Anch-Zeichen (ewiges Leben)
- Körperteile (Ersatz evtl. fehlender Teile)

- Ausstattung mit Totentexten (Ausschnitte aus Totenbuch, Amduat etc.)
- manchmal Umhüllung mit Leichentuch (mit Gottheiten verziert)

- 11.) Mumienmaske (Kartonage oder Gold, Silber)
- Mumienschuh (Fußteil)
- Blumenkränze, Schmuck

- 12.) ein oder mehrere Särge (bis zu 7; versch. Materialien von Holz bis massivem Gold; reich verziert mit Bildern und Hieroglyphen)

- danach:
Beisetzung in einer Zeremonie (etwa 70 Tage nach Tod):
- Grabbeigaben (u.A. Uschebtis – Dienerfiguren), Versiegelung Grab

- für Toten: Reise nicht vorbei: (wie ich sagte: Glaube an Leben nach Tod)
Totengericht
- im Jenseits: Verstorbener vor Osiris, Göttern + 42 Richtern
- „negatives Schuldbekenntnis“  keine Sünden im Leben („Nicht habe ich…“)
- Herz auf Waage: wenn schwerer als Maat: von Ammit gefressen ewige Verdammnis; wenn leicht: Einzug in Iaru-Gefilde, „Verklärter“ ewiges Leben


Ich leide nicht unter Depressionen - sie sind meine besten Freunde.

Liebe ist nur ein schöner Traum.


 
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RE: Referat über: die Mumifizierung im Alten Ägypten

#2 von chaosqueen ( Gast ) , 19.12.2011 21:03

wir haben grad das thema mumifizirung im alten ägypten und ich brauchte irgendwas zum apschreiben... denn ich war die ganze zeit krank und mir hat keiner was gebracht! ach ja ich bin in der 7. und gehe auf die igs.


chaosqueen

RE: Referat über: die Mumifizierung im Alten Ägypten

#3 von caliburn , 05.10.2012 21:39

ja, schön, ich hoffe, dass dir das Referat weitergeholfen hat


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